Vor der ersten Stunde laufe ich auf eine Wand Fünftklässlerinnen, die mich von oben bis unten mustern. Statt „Guten Morgen“ frage ich ein skeptisches „Was ist mit euch los?“ Alle gibbeln. Dann: „Wir stellen uns gerade vor, wie Sie im Badeanzug oder Bikini aussehen. Aber das ist schon okay!“ Alles klar, danke
Weiter vor der ersten Stunde. Ich hole meine Sechser ab, wir gehen die Treppe hoch. Plötzlich von hinten „Frau Regenbogenmädchen, ich glaube, Sie haben Ihre Bluse falschrum an!“ – „Echt? Das kommt mir schon die ganze Zeit so merkwürdig vor!“ Da ich die Bluse eh nur offen als Quasi-Jacke trug, war’s nahezu egal – nachdem noch sieben weitere Schüler ihre Beobachtung mitteilten, gingen wir rein in den Klassenraum und ich drehte die Bluse um. Danke dafür, andere Klassen hätten’s bestimmt für sich behalten!
Vierte Stunde. Ich schreibe etwas an die Tafel. Hinter mir meldet sich ein Junge zu Wort „Frau Regenbogenmädchen, Sie haben da hinten so einen Faden hängen!“ – „Wo denn?“ – „Auf der linken Pobacke.“ Ok – jetzt weiß ich auch, wo mir die Schüler hingucken, wenn ich an der Tafel stehe
Aber: Das war wohl kleidungstechnisch so gar nicht mein Tag
(außer die Sache mit dem Bikini, die war gut!)