Nämlich nicht fünf vor Zwölf, sondern mindestens zwei vor Zwölf war die Situation mit meinem Zeugnis – dem Landesprüfungsamt sei „Dank“!
Ausschlussfrist war der 14. Januar – wenn mein Zeugnis bis dahin nicht bei der Bezirksregierung eingegangen wäre, wäre ich aus dem Bewerbungsverfahren (durch das ich ja eigentlich quasi durch bin, denn ich habe Seminarort und Schule ja bereits) ausgeschlossen worden und hätte mir ein halbes Jahr in die Haare schmieren können… Aber wie soll es nach Düsseldorf kommen, wenn es nie bei mir ankommt?!
Am Freitag wurde ich begeistert während der Telefonsprechstunde vom LPA ignoriert. Zwei geschlagene Stunden lang rief ich im Minutentakt an, um entweder auf besetzte Leitungen zu stoßen oder auf ein niemals endendes Freizeichen. Na ja, es waren ja auch noch zwei Werktage bis zum 14., da konnte ich mich auch noch ein bisschen gedulden…
Mit Gewaltphantasien schaffte ich es durchs Wochenende und hatte Montagnachmittag doch tatsächlich endlich meine Sachbearbeiterin an der Strippe! Die teilte mir mit, mein Zeugnis würde gerade gedruckt, denn das letzte Ergebnis sei erst gestern angekommen. Aha, die Post, mein Zweitkorrektor und das Prüfungsamt haben offenbar alle eine Sonderschicht am Sonntag eingelegt, um mein letztes Ergebnis zu übermitteln! Alles klar…
Da ich ja außer Landes weilte, holte mein Bruder das Zeugnis gestern Mittag ab – für’s Schreiben braucht das LPA nämlich offensichtlich mindestens 24 Stunden – und ich brachte es dann gestern persönlich nach Düsseldorf, um ja zu gewährleisten, dass die Frist eingehalten wird. Wenigstens der Düsseldorfer Pförtner und die Dame der Bezirksregierung waren nett…
Und dass das LPA mein Zeugnis laut Stempel am 25.November ausgestellt hat, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen… Ein Schelm, der dabei Böses denkt…