Regenbogenmädchen

„Kommt dir das nicht auch manchmal vor wie skurriles Theater?!“

Junge, Junge. August 22, 2008

Gespeichert unter: guckt mal — Kristina @ 6:03

Zwei Mal gleiches Lied, zwei Mal anders: Die Ärzte haben „Junge“, die erste Single ihres aktuellen Albums „Jazz ist anders“, für den zweiten Poptastic Conversations-Sampler auf Chinesisch aufgenommen.

Angucken/anhören hier:

Original…

 

… und Chinesisch.

 

Trampen Für Anfänger. August 15, 2008

Gespeichert unter: kristina — Kristina @ 5:33

Mein erstes Mal Trampen habe ich diesen Sommerurlaub in Südfrankreich erlebt.

Alles fing völlig harmlos mit dem Versuch an, die Strandmonotonie zu durchbrechen: Jana und ich wollten den Trip in die nächstgrößere Stadt wagen. Für einen Euro pro Person sollte uns der Bus dort hin bringen. Dass der erste Bus erst ewig nicht kam und uns schließlich, obwohl wir lebensmüde an der Haltestelle vor ihn sprangen, ignorierte und weiter fuhr, war uns nicht Zaunpfahlwinke genug: Wir blieben bei unserem Plan, latschten durch den halben Ort zur nächsten Haltestelle und saßen dann endlich drei Stunden später als geplant im Bus.

So weit so gut. Wir kamen an, wir schauten uns die Stadt an, nahmen dann einen anderen Bus ein Stück gen Heimatort bis zum Carrefour mitten in der Pampa und kauften dort ein. Dann zurück zur Haltestelle – und warten. Und sitzen. Und warten – mit dem Wissen, dass regulär noch zwei Busse an diesem Tag kommen sollten, die uns wieder zurück zu unseren Betten befördern konnten.

Doch der Bus kam nicht. Nach einer Stunde Sitzstreik auf dem Gehweg begannen wir langsam, uns etwas zu sorgen… Schließlich kam der Bus doch. Er hielt an, öffnete die Tür, nur um kurz auf Französisch herauszurufen, dass er überfüllt sei und uns nicht mitnehmen könne. Die Einwände des Mannes, der mit uns wartete, er säße bereits seit drei Stunden an der Haltestelle, erweichten sein Herz nicht – er schicke einen Einsatzwagen, versprach er. Wer’s glaubt…

Der Bus fuhr weiter und eine Horde Jugendlicher kam angerannt, wild gestikulierend, damit der Bus stehen bliebe. Tat er natürlich nicht. Ich identifizierte die Horde schnell mal pauschal als Freunde, nachdem ich das Ärzte-Shirt des einen Jungen bemerkt hatte – was sich als kluge Entscheidung herausstellte: Auf unsere Prognose, dass es unwahrscheinlich sei, dass wir die Haltestelle noch am selben Tag verlassen würden, beschlossen sie, einen Betreuer ihres Jugendcamps anzurufen, damit er sie abholte – und zu ihrem Zeltplatz in unserem Ferienort fuhr. Klasse Idee! Ganz schnell ließen wir uns auf das Niveau von 16-Jährigen herab (Sagt unerwartet in einem Satz „Orgasmus“ und sie werden euch lieben!) und konnten so ihre Herzen für uns gewinnen. Der CVJM als Trampen light erschien uns dann doch die attraktivere Alternative zum weiteren Warten auf den Bus!

Boris, der Betreuer, kam mit einem Bully, sah uns zweifelnd an, tat allerdings dann auch nichts dagegen, als seine Schützlinge sich stapelten, damit wir mit ins Auto passten. Im Gegenzug taten wir nichts dagegen, als er fuhr, als wolle er uns umbringen, und das Pärchen neben mir vergaß, dass es nicht alleine im Bully war. Gleichzeitig bescherte er uns die beste musikalische Dreiviertelstunde des Urlaubs – bis er irgendwo in der Prärie anhielt, um uns rauszulassen.

Wir guckten etwas verwirrt aus der Wäsche, bis wir merkten, dass der Campingplatz offenbar nicht wirklich in unserem Ferienort lag, sondern geschätzte fünf Kilometer davor. Und da ein Mal trampen genug ist für einen Tag, blieb uns dann nur noch eine Alternative: Wandern…