Gestern war wieder eine grandiose Nachhilfe-Session bei meinem nicht mehr so neuen Kind mit der überengagierten Mutter, von der ich neulich berichtete.
Ich komme an, das Mädel ist alleine zu Hause. Wir schaffen es also bis in ihr Zimmer und halb durch die Mathestunde, bis sie mir mitteilt, dass sie noch nicht zu Mittag gegessen hat und sich darum ja sooo schlecht konzentrieren kann. Nun ja, denke ich, da kann ich jetzt leider auch nix dran ändern. Ich habe den Gedanken kaum zu Ende gebracht, da geht die Tür auf: Mutter und Schwester kommen herein. In der Hand eine McDonald’s-Tüte. „Möchten Sie auch einen Cheeseburger?“ – „Nein, danke.“ – „Wir haben aber extra einen für Sie mitgebracht.“ – „Okay, dann danke…“ Ich werde ja gerne fürs Essen bezahlt, gell. Nach Kaffee oder Tee war mir dazu aber trotzdem nicht. Und mein Nachhilfe-Mädchen erwies sich als durchaus mutitasking-fähig, den Burger in der einen Hand konnte sie mit der anderen immer noch schreiben.
Danach geht es erst mal normal weiter. Bis irgendwann wieder die Tür aufgeht. Dieses Mal steht die Mutter alleine da – dafür mit Telefon in der Hand. Sie hält es mir hin, mit den Worten „Hier, ist für Sie.“ Bitte?! Ich schmeiße nicht mit den Telefonnummern meiner Nachhilfekinder durch die Gegend, wer sollte bitte für mich auf deren Telefon (und nicht vorher auf meinem Handy) anrufen? Der Mann am anderen Ende erklärt es mir dann: Ich kenne ihn gar nicht, er ist ein Bekannter der Mutter und möchte mich als Nachhilfe für seinen Sohn anwerben…
Einfach herrlich. Aber wenigstens scheinen sie mich zu mögen